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Iban Und Longhouse

jausen25 06 Januar, 2008 21:45 Borneo Permalink Trackbacks (0)

Weitere anderthalb Stunden später erreichten wir zusammen mit Robin das Langhaus von Larrys Vater in Kuala Medalam. Während der Fahrt über den Melinau River und später dem Limbang River sahen wir einige Wasserversorgungs- und Stromversorgungsleitungen über den Flüssen, die zu den verschiedenen Langhaus-Siedlungen führten.

Die Langhäuser der Iban stehen am Flussufer und können daher nur Perahu (einem schmalen, motorisierten Langboot) erreicht werden. Diese traditionelle Siedlugsform ist bis heute die bevorzugte Lebens- und Wohnform der Iban, wobei es die Jüngeren in die großen Städte Sarawaks zieht, was uns der Chief bei Gesprächen wissen ließ. Langhäuser selbst sind Reihenhäuser auf Stelzen mit rund 24 Wohnungen und dessen etwa 100 Bewohner waren fast alle von ihren sonstigen Wohnorten zum Weihnachtsfest zurück gekommen.

Ein Langhaus besteht umfasst im Wesentlichen drei Bereiche: Die offene, flussseitig gelegene Veranda (Tanju) erstreckt sich über das gesamte über 100 Meter lange und bis zu 40 Metern breite Langhaus. Die überdachte Veranda (Ruai) ist der Mittelpunkt der Langhausgemeinschaft und größtenteil mit Bambusteppichen ausgekleidet, zudem werden hier Handwerksarbeiten ausgeführt, religiöse Zerimonien und Gerichtsverhandlungen abgehalten. Die separaten Wohn- und Schlafräume (Bilek) der einzelnen Familien sind an der flussabgewandten Seite aneinandergereiht. Um einen Eindruck von solch einem Langhaus zu bekommen, hier ein paar Bilder:

Bei unserem Langhaus war auch die Tanju überdacht.

Links im Bild ist übrigens eine kleine Kirche.

Der Chief führte uns nach Ankunft erst mal in seinen Teil des Langhauses und zeigte uns unsere Schlafplätze für die kommenden zwei Nächte. Nachdem wir eine Dusche genommen haben stürzten wir uns ins Getümmel der Ruai, wo vor beinah jeder Wohnung Leute saßen und sich betranken. Wir wurden auch gleich zu einer dieser sitzenden Gruppen hinüber gewunken und gebeten ihnen bei einem Glas Tuak (selbstgerannter Reiswein) und Ai Kitai (irgendein 52%-iges Gesöff) gesellschaft zu leisten. Zu diesem Zeitpunkt war es drei Uhr Nachmittags und die meisten waren schon gut dabei. Mit einem kräftigen Uha prosteten wir den verdutzt guckenden Leuten zu und diese fragetn zugleich woher wir den wüssten, was Prost auf Iban heisst, also erzählten wir ihnen die Geschichte von Odis und seinen Eltern. Kaum ausgetrunken wurde auch schon wieder nachgeschänkt und nochmal und nochmal, solange bis die erste Flasche leer war. Robin kam zwischendurch vorbei und lud uns ein bei ihm vor der Wohnung weiter zu trinken, jedoch durften wir das erste Saufgelage erst verlassen , wenn die zweite Flasche Ai Kitai ausgetrunken war.

Wir leerten also auch die zweite Flasche, verabschiedeten uns freundlich von jedem und gingen rüber zu Robins Saufgelage, setzten uns dort auf den Boden und bekamen sogleich das nächste Glas dargereicht. Auf die Frage ob wir uns mal im Dorf umsehen könnten, meinte Robin: "Its up to you, take your time", aber erst wird die Flasche geleert. So gesagt so getan!

Fischzuchtfarm.

Gartenhäuser. 

Hahnenkämpfe gibt es auch, aber wir konnten keinem beiwohnen. 

Ein Auto braucht man hier wirklich nicht, denn es gibt schließlich keine Straßen. 

Wir liefen schon gut angeheitert los und schauten uns Dorf und Umgebung an, dabei stießen wir auch auf einen Schulkomplex und Fußballplatz. Wie es der Zufall wollte lag sogar ein Fußball bereit und wir konnten es uns nicht nehmen lassen auf dem nassen und unregelmäßen Platz ein paar Bälle zu spielen. Angelockt von unserem eher durchschnittlichen gekicke, traf die Dorfjugend ein und forderte uns zu einem kleinen Spielchen heraus, was wir natürlich ohne zu zögern zusagten. Einige der Jungen waren gute Techniker und hatten nicht zum ersten Mal einen Ball am Fuß, trotzdessen schossen wir den Führungstreffen. Nach einem geplänkel im Mittelfeld kam dann der Ball gefährlich vor unser Tor, aber ich als Abwehrrecke konnte den Ausgleich vereiteln und schickte Dominic lang, der wiederum passte zu Max und der vergab hauchdünn die 2:0 Führung. Dann besannen sich unsere Gegner und ließen den nächsten Angriff rollen, nach 3:1 Überzahlspiel gegen einen völlig überforderten Mocken fiel der Ausgleich. Im selben Moment erreichte Robin das Spielfeld und teilte uns mit, dass das Abendessen und noch mehr Schnappes auf uns warten würde. Also vereinbarten wir, dass das nächste Tor entscheidet, was leider zu unseren Ungunsten kurz darauf fiel und wir das Spiel nach starker Anfangsphase mit 1:2 verloren.

Der Schulkomplex. 

Eine Kindertageststätte gibt es auch. 

Der Abwehrrecke Wink.

Der Sieger verlässt als letztes den Platz. 

Die Tochter des Chiefs tischte wenig später das Essen auf, was sich aus Reis, Gemüse und geratenem Hühnerfleisch in Soße zusammenstellte. Nachdem wir es uns haben schmecken lassen ging es wieder auf die Piste und zurück zu Reiswein, Schnapps und Co. Da wir immer betrunkener wurden lasse ich an dieser Stelle den Blog mit Partybildern ausklingen.

Rechts neben mir ist Allan ein Philipino und links ist Robin. 

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