Um 2 Uhr morgens des 19.12.2007 riss uns unser Wecker aus dem Schlaf und nachdem wir uns einen Schluck Wasser ins Gesicht geschüttet haben machten wir uns für die Gipfelbesteigung fertig. Relativ warm eingepackt und mit einem Corny Powerriegel zwischen den Zähnen konnte es dann um 3 Uhr losgehen.
In völliger Dunkelheit, mit Taschenlampe bewaffnet, bahnten wir uns über Holztreppen und unregelmäige Steinstufen langsam den Weg empor. Zwischendurch musste sich Dominic noch von seinem gegessenen Powerriegel oral erlösen, um wieder zu alter Stärke zurück zu finden. Manche Stellen des Aufstieges konnten nur Mittels Seil, welche in den Granitfelsen verankert waren, und der Taschenlampe im Mund erklommen werden. Ansonsten bot sich uns kein grandioser Panoramablick, da der Berg immer noch in das morgentliche Schwarz getaucht war und uns nur ein Taschenlampenwurm den Weg hinauf erahnen ließ. Nach ca. 2 Stunden bei einsetzendem Tageslicht erreichten wir einen Checkpoint 1km vor dem Gipfel, wo wir nochmals nach unseren Namen gefragt wurden. Dies sollte nur als kleine Kontrolle dienen und Aufschluss darüber geben wer das Zeitliche bereits gesegnet hatte oder zurück zur Station gegangen ist
.
Den folgenden Kilometer, über die Granitfelder des Berges, nahmen wir dann im Handstreich und dann war es endlich soweit, wir erreichten Low's Peak auf 4095m über Normalnull!
Vom Gipfel bot sich uns an diesem Morgen ein grandioser Panoramablick, die Wolken hatten sich auf die unteren Ebenen verzogen und somit konnten wir bis zum Südchinesischen Meer blicken. Der etwa 100km/h starke Wind und unsere noch stets nassen Klamotten ließen es aber dann auch nicht zu uns häuslich auf dem Gipfel einzurichten, sodass wir nach etwa einer halben Stunden den Abstieg zur Laban Rata Station begannen. Beim Abstieg konnten wir dann auch zum ersten Mal sehen, wo wir uns in der Dunkelheit hoch gehangelt hatten.
Nach ca. einer Stunde erreichten wir dann auch wieder unser Domizil und legten uns erst mal 2 Stunden aufs Ohr, bevor wir den restlichen Abstieg zum Headquarter in Angriff nahmen.
Gunting Lagadan auf 3323,5m.
Um kurz vor 11 Uhr traten wir dann den Abstieg auf 1800m und zum Headquarter an. Die 6,5km Bergabwärts, für die wir 3:15 Stunden gebraucht hatten, waren nur halb so lustig wie der Aufstieg, da unsere Kniegelenke langsam aber sicher keine Lust verspürten noch einen weiteren Schritt bergab zu gehen. Hinzu kam, dass zahlreiche Träger den Berg hoch und runter, mit 30kg Gepäck, zu fliegen schienen. Einen Kilometer vor dem Endpunkt des Abstieges legten wir dann noch einmal eine kleine Pause ein, was sich als Fehler herausstellte, da unsere Knochen und Gelenke nun etwas abgekühlt waren, war der Abstieg umso schwieriger und es sah so aus als würden sich Roboter den Berg hinuter bewegen.
Die Jungens mit den Rohren auf der Schulter verzogen keine Minie beim Aufstieg und grüßten sogar noch freundlich.
Dies ist die Kreuzung der beiden Aufstigespfade. Von hier aus waren es noch 4,5km bis zur Powerstation.
Ohne Worte!
Ganz getreu dem Motto des Parks: "Take nothing but photographs and leave nothing but footprints!" haben wir uns verewigt.
Nachdem wir die Powerstation erreichten, zeigte uns unser Guide die Tafel mit den Bestzeiten für Auf- und Abstieg und verfrachtete uns dann in den Bus zum Headquarter, wo wir dann auch unsere zurückgelassenen Klamotten und Urkunden in Empfang nehmen konnten, bevor es wieder in wärmere Gefilde und nach Kota Kinabalu ging.
Die spinnen, die Spanier
!
Fakten und Zahlen des zweiten Tages:
Gunting Lagadan Lodge: 3323,5m
Low's Peak: 4095m
Aufstieg zum Gipfel: 3:00 Uhr bei 5 Grad Celsius
Ankunft Gipfel: 6:14 Uhr bei 0 Grad Celsius und 100km/h Wind
Zurückgelegte Strecke: 2,5km
Überwundene Höhenmeter: 771,5m
Benötigte Zeit: 3:14h
Abstieg zur Gunting Lagadan Lodge: 2:09h
Schlaf: 1:30h
Abstieg zur Powerstation: 10:30 Uhr
Ankunft Powerstation: 13:45 Uhr
Benötigte Zeit: 3:15h
Powerstation: 1800m
Abgestiegene Höhenmeter (gesamt): 2295m
Zurückgelegte Strecke (gesamt): 8,5km
Aufgenomme Nahrung (gesamt): 2 Corny Powerriegel
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